Elisa Demonki

Ich bin so

Deine Welt muss nicht die meine sein. Meine Welt nicht die deine.

Bleib nicht so lange in einer Situation, die dir nicht gut tut.
Du spürst sehr schnell, wenn etwas "stichelt", doch du bleibst, weil du nicht "zu sensibel" sein willst, dabei verrätst du dich . Dieser Verrat führt dazu, dass du dir nicht selbst vertrauen kannst. Selbstvertrauen schwindet also auch durch deine eigene Handlung. Du bist zwar deiner selbst bewusst, aber du verrätst dich, indem du deine Signale wegdrückst, sie nicht als so wichtig erachtest. Der Andere ist wichtiger als deine Signale.

Du weißt meist nicht, dass du dich verrätst. Du merkst es vielleicht später durch ständige Loops einer Begegnung, die dich verletzt hat. Dein Körper spult diese Situation immer wieder ab. Er zwingt dich zu Selbstreflexion. Du sollst hinsehen, neu überdenken.

Das Wichtigste ist, dir selbst zu vertrauen. Deinem Gefühl. Dass du dir sagst, "das fühle und empfinde ich gerade" und dann hab den Mut zu denken "ich bleibe nicht in dieser Situation". Dann kannst du reflektieren, was genau und warum du es so empfandest. Doch Scham hält dich in der Situation. Und du "willst" bleiben, weil du weiter Verbindung suchst, mit dem "guten Anteil" im anderen sprichst, du willst nicht abbrechen, denn du weißt ja, wie man Verbindung aufrechterhält, du weißt wie du wieder eine gute Stimmung schaffst, du vertraust diesem kleinen Schmerz nicht. Der dir bereits sagt, dass das hier ist nicht gut für dich. Doch du ignorierst diese Warnlampe. Du verrätst dich wieder und dein Selbstvertrauen sinkt weiter. Eine Abwärtsspirale.

Sei dir bewusst, dass das was du fühlst, du bist. Deine Grenzen definieren dein Sein. Du verlierst dich sonst im Anderen, in der Aufrechterhaltung der Verbindung, in ihren Bedürfnissen, nicht in deinen, die du kaum noch wahrnimmst, und schließlich im ständigen Fragen "bin ich gut genug", wenn die Verbindung sich nicht erfüllend anfühlt für dich, obwohl du dein Sein bereits verschenkt hast. Aber war es wirklich dein Sein? Du hast Grenzen weit verschoben. Damit auch dein Sein. Dein Sein war nie in dieser Verbindung, nur ein kleiner Anteil der Verbindung suchte, auf Kosten deiner Grenzen und demnach deines Seins.

Kämpfe also nicht um Verbindung, schau, wie weit der andere bereit ist, nimm wahr, was wie gesagt und getan wird, und beobachte vor allem dich selbst. Analysiere den anderen nicht, sondern fühle, wie du dich in seiner Gegenwart oder in dieser Verbindung fühlst. Das ist der Weg zur Begegnung, zu dir und zum Anderen.

Lerne, wenn du es nicht kannst, dich nicht verletzend zu äußern. Die Benennung deiner Gefühle darf nicht bewertend sein. Es reicht zu sagen, dass dies nicht deiner Art oder deinen Werten entspricht. Du kannst auf die Reaktion warten und wenn dieses unangenehme Gefühl bleibt, sagen, es fühlt sich weiterhin nicht gut an – und gehen.

Endlich gehen. Dahin, wo es die Wärme gibt, die du brauchst.

Dein Sein ist nicht zu viel, nicht peinlich, es sind teilweise Strategien zur deiner Bedürfniserfüllung, bei denen du glaubst, dass seist du, aber solange sie niemandem schaden und dich glücklich machen, dann sind sie gut und richtig. Sie können zu deinen Werten werden. Diese darfst du verteidigen, als deine Grenzen. Und langsam zeichnet sich dein Sein.

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