Elisa Demonki
Tragik
Wenn ich merke, dass jemand mein Nein schwer akzeptieren kann,
verliere ich das Nein in mir.
Die eigentliche Tragik aber war, das ich das nicht merkte.
Und die noch größere Tragik war, das ich den, der mein Nein nicht akzeptierte, akzeptierte und erklärte. Mein Gefühl hingegen nicht. Ich selbst zu mir Nein sagte. Ich verschwand.
Ich suchte mich. Ich versteckte mich.
Ich kratze an den Wänden meines Verstecks einsam und verloren wie der Graf von Monte Cristo.
Und hatte die ganze Zeit den Schlüssel in der Hand.
Der Schlüssel war: Es ist richtig was du fühlst.
Doch was ich fühlte wurde zur Schuld.
Diese Schuld aus Angst hielt mich davon ab, den Schlüssel zu benutzen.
Und einfach zu gehen.
Wie ein Jungtier angebunden, später kaum noch einen Faden ums Bein braucht. Er wird keinen Schritt zu weit gehen. Die Angst die Wunden, die aus der Sehnsucht nach Freiheit und Wildheit entstanden, würden einen vernichten.
Doch die Zeit vergeht. Der Faden tut einem nichts mehr. Es bräuchte kaum noch Kraft. Doch das äußere Nein ist zu dem eigenem Nein geworden und scheint unüberwindlich.
Und so sehe ich zu den Mauern. Weiß dahinter ist die Sonne.
Und lebe in der Hoffnung, dass sie dahinter für mich scheint.
Vielleicht finde ich einen Spalt, aus dem ich entschlüpfen kann.
Ich käm nie mehr zurück.